Der Lichtbrunnen

Der ´Bremer Licht`- Brunnen auf der Hauptstraße in Neheim war ein Denkmal, das an den Neheimer Industriellen Hugo Bremer und seine bahnbrechende Erfindung, das ´Bremer-Licht`, erinnerte.

Die Atelierstudie des Bremer-Lichts zeigt einen transparenten Leuchtkörper in Elipsenform mit imitierten Kohlestiften. Die von Wasser umspült Leuchtelipse ruhte in einem Gestell aus Bronzeguss.

Der ´Lichtbrunnen` zu Ehren des Erfinders Hugo Bremer in der Neheimer Fußgängerzone wurde Gerd Schade in Bronze erstellt. Es handelt sich um eine stilisierte Nachbildung des „Bremer-Lichts“ (einer Intensiv-Flammenbogenlampe). Dieses Denkmal sollte Hugo Bremer ehren, der für seine Erfindung auf der Weltausstellung 1900 in Paris den „Grand Prix“ erhielt. Die Hommage an Bremer wurde 1976 in der Neheimer Hauptstraße (der Fußgängerzone) aufgestellt. Der ursprüngliche Brunnen wurde im Zuge von Umbaumaßnahmen der Fußgängerzone in 2006 demontiert*. Es gibt unterschiedliche Angaben, warum die Leuchte nicht wieder aufgestellt wurde. Angeblich wurde das Glas beschädigt und konnte nicht durch ein Neues ersetzt werden. Der Rest der Leuchte soll nach Aussage eines Zeitzeugen: „auf dem Bauhof vor sich hin gammeln.“ Das Gestell aus Bronzeguss ist auch 20 Jahre später nicht wieder ausgetaucht.

Die Nachbildung des Bremer-Lichts zeigte nicht nur einen transparenten Leuchtkörper in Elipsenform mit imitierten Kohlestiften, sie gibt dem Betrachtenden zudem die Möglichkeit über den Wahrheitsgehalt der Bilder nachzudenken. Einst entstanden Bilder durch die Reflexion von Licht, das durch eine Linse auf analoges Material traf. Unter zu Hilfenahme von KI ist diese Verbindung gekappt, stattdessen können Bilder anhand von Textprompts nach statistischen Wahrscheinlichkeiten errechnet werden. Das KI-Bild hat keine Herkunft im klassischen Sinne. Keinen Moment, keine Aufnahme, keine Entscheidung eines Menschen an einem bestimmten Ort. Die oben stehende Atelierstudie des Bremer-Lichts zeigt einen transparenten Leuchtkörper in Elipsenform mit imitierten Kohlestiften, sie gibt dem Betrachtenden eine Vorstellung von dem, was bei der ewigen Baustelle in der ´Einkaufsstadt Neheim` verloren gegangen ist. Nennen wir es der Einfachkeit halber: Identität.

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Inzwischen gibt es die Rekonstruktion eines historischen Lichtmastes an der Mendener Straße, die an das Bremer-Licht erinnert.

Weiterführend → Betrachten wir den ´Lichtbrunnen`als frühen Schildbürgerstreich der Neheimer Stadtplanung. Wasser und Strom zusammenzubringen, erzeugt irgendwann einen Kurzschluss. Dat is fast so sinnfrei‘ wie’n Fontänenfeld, woll!

Lesen Sie auch den ersten Teil der geplanten Trilogie über die neheimischen Schildbürger. Den dritten Teil finden Sie hier.

Das Projekt „Schmieds Katze“ ist der Versuch einer Langzeitgeschichtsschreibung zwischen 2025 – 2035 in Fortsetzungen, Nebensätzen und Neuansätzen. Der Herausgeber trägt eine literatursoziologische Hypothese vor, welche der Versuch ist, das Leben im Sauerland in nicht-lineare Momente gliedert. Ergänzend dazu, erste Überlegungen zum Neologismus Vertellstückskers und dem Aussterben des Suerlands Platt.

Der Herausgeber würdigte den Fotographen Martin Vanselow, dessen Streetphotography er sehr schätzt. Er freut sich über die Zusammenarbeit für diese Online-Publikation weil Vanselow nicht nur faszinierende Bilder aus dem Alltag hervorholt, sondern weil diese Momentaufnahmen nebenher auch großartige Sozialstudien sind.

* In 2026 gibt es keine Anzeichen, dass der ´Lichtbrunnen` zu Ehren des Erfinders Hugo Bremer in der Neheimer Fußgängerzone re:installiert wird. Stadtdessen muss sich der Betrachtende, wie bereits beim Hudehirten, beim Fontänenfeld mit B-Ware vorliebnehmen.