Der Weltmusiktag findet am findet jährlich am 1. Oktober statt. Der Streetphotographer Martin Vanselow sah letztens einen mitreißenden, handwerklich starken Blues-Rock-Abend..

Ein besonderes Kapitel in seiner Diskografie sind die Alben unter dem Titel „Recorded by Martin Meinschäfer“. Dabei handelt es sich um Solo-Projekte, bei denen Freischlader nahezu alle Instrumente selbst spielt und produziert – ein Beweis für seine Vielseitigkeit als Multi-Instrumentalist (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion, Keyboards).Das erste Album „Recorded by Martin Meinschäfer“ erschien 2009/2010 und enthält 13 Tracks mit einer Laufzeit von rund 73 Minuten. Es zeigt Freischlader in einer rohen, direkten Bluesrock-Form mit Stücken wie „I“, „Got It Made (Like This)“, „So Damn Cool“ oder „You Will Come“.
Die Aufnahmen entstanden in Zusammenarbeit mit Martin Meinschäfer in dessen Studio in Neheim, und das Projekt unterstreicht Freischladers Leidenschaft für authentische, handgemachte Musik ohne große Band-Arrangements.
„Recorded by Martin Meinschäfer I“ war ein Meilenstein in Henrik Freischladers Karriere. Es ist das Album, auf dem er sich endgültig als vollwertiger Künstler, nicht nur als exzellenter Gitarrist, etabliert hat. Die Tatsache, dass er alles selbst eingespielt hat, macht es noch beeindruckender – es klingt nie wie ein Soloprojekt, sondern wie eine richtig gut eingespielte Band. Der Name ist Programm: Produzent Martin Meinschäfer hat die Instrumente so direkt und warm eingefangen, dass man beim Hören fast das Glimmen der Röhrenverstärker riechen kann. Der Verzicht auf glattpolierte Produktion gibt Freischladers Gitarrenspiel enormen Raum zum Atmen. Seine Soli sind nicht nur technisch brillant, sondern vor allem songdienlich. Highlights wie das melancholische „The Blues“ oder das treibende „Bad Connection“ zeigen die enorme Bandbreite zwischen verletzlichem Storytelling und kraftvollem Blues-Rock. Besonders beeindruckend ist sein hochemotionaler Gesang, der perfekt mit dem erdigen Ton seiner Stratocaster harmoniert.
Wer den zweiten Teil von 2022 kennt, wird hier die Wurzeln und die pure, unverfälschte Energie des „ersten Meinschäfer“ spüren.
Das Album erweitert die musikalischen und thematischen Ansätze des Vorgängers, ohne Kompromisse einzugehen. Zu loben ist die stilistische Vielfalt, die technische Brillanz und die emotionale Tiefe. Es bleibt dem klassischen Bluesrock treu, integriert aber auch Soul- und Funk-Elemente und zeigt Freischlader als reifen Songwriter, der sich nicht an Mainstream-Trends anpasst. Besonders auffällig ist die handwerkliche Qualität: Freischlader spielt wieder die meisten Instrumente selbst, was dem Album eine intime, konzentrierte Note verleiht. Es passt perfekt in seine Philosophie als Workaholic der Musikszene – jemand, der eigene Projekte, Produktionen für andere Künstler (u. a. Layla Zoe, Tommy Schneller) und ausgedehnte Tourneen parallel stemmt.
Freischladers Musik lebt von Authentizität und Leidenschaft.
Ob mit Band (aktuell u. a. mit Bassist Theofilos Fotiadis und Drummer Björn Krüger) oder solo – er liefert „Qualitätshandarbeit“. Leider verstarb sein langjähriger Hammond-Organist Moritz „Mo“ Fuhrhop im November 2024, was die Blues-Szene und Fans tief berührte. „Recorded by Martin Meinschäfer II“ steht exemplarisch für Freischladers künstlerische Unabhängigkeit. Es ist kein Mainstream-Album, sondern ein Statement eines Musikers, der den Blues lebt und weiterentwickelt – tief verwurzelt in Tradition, doch mit eigenem, popmodernem Ausdruck. Henrik Freischlader bleibt ein leuchtendes Beispiel dafür, dass echte Bluesrock-Qualität in der Hand des richtigen ´Tonmeisters`aus dem Sauerland kommen kann – leidenschaftlich, virtuos und unverfälscht.
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Henrik Freischlader — Recorded by Martin Meinschäfer I & II

Weiterführend → Rhythm & Blues lebt davon, dass die Ambivalenz bewahrt wird. Dieses Album wurde veröffentlicht, als Country noch Country war, es gab kein Alternative, was das Rätsel aufgab, was genau man hörte. Die Cowboy Junkies nahmen Blues, Country, Folk, Rock und Jazz und verlangsamten es stark und schufen dabei etwas Neues. Wir betrachten die Geburtshelfer der Americana. Des Weiteren eine Betrachtung des tiefgründigen Folk-Songs: Both Sides Now. Wahrscheinlich hat selten ein Musiker die Atmosphäre einer Stadt so akkurat heraufbeschworen wie Dr. John. Die Delta-Blues-Progression des Captain Beefheart muss dahinter nicht zurückstehen, eine gute Einstimmung für sein Meisterwerk Trout Mask Replica. Wir lauschen der ungekrönten Königin des weißen Bluesrock. Und dem letzten Werk der Doors. Unterdessen begibt sich Eric Burdon auf die Spuren vom Memphis Slim. In der Reihe mit großen Blues-Alben hören wir den irischen Melancholiker. Lauschen dem Turning Point, von John Mayall. Vergleichen wir ihn mit den Swordfishtrombones, von Tom Waits und den Circus Songs von den Tiger Lillies. Und stellen die Frage: Ist David Gilmour ein verkappter Blueser?