Kriegsgräberstätte

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts verbreitete sich der Brauch, das Allherheiligenfest am 1. November zu feiern, im Reich Karls des Großen. Auch in Neheim wird der Bezug zum Gedenken an die Toten und die Anderswelt gepflegt.

Martin Vanselow mit einen Gedenken der Gefallenen auf dem Möhnefriedhof. Die schlichten Kreuze und die friedliche Atmosphäre des Friedhofs verwandeln das Areal in ein lebendiges Mahnmal gegen den Krieg.

Als Kombination aus Friedhof und parkähnlicher Anlage bettet die Struktur das Gedenken direkt in die Natur ein. Die Anordnung der schlichten Kreuze und zentralen Denkmäler erzeugt eine zurückhaltende, aber eindringliche Geometrie des Erinnerns, die Besucher zur Kontemplation anregt. Ein markantes Element im Gesamtgefüge ist das nahegelegene Denkmal der Möhnekatastrophe, das mit seiner minimalistischen Umsetzung die historische Tragweite des Ortes gestalterisch unterstreicht. Zu Allerheiligen wird diese architektonische Achse aus Natur, Denkmal und Grabstätte zu einem feierlichen Raum, der die Grenze zur Anderswelt optisch und atmosphärisch greifbar macht.

Am 1. November wird die historische Tragweite dieses Ortes spürbar. Hier ruhen die Opfer der Möhnekatastrophe von 1943 sowie Soldaten beider Weltkriege.

Es ist oft die Rede von Grabmal des unbekannten Soldaten… daher erinnert die Katze an einen Soldaten, der 1915 bei Horodec östlich Kobryn, in einem sinnlosen Krieg gestorben ist. August Stramms Stil fällt durch ihre schlichte, reduzierte Sprache auf. Oft wird kein Wert auf Grammatik gelegt; Substantive, substantivierte Verben und Neologismen bilden den Hauptbestandteil.

Wie findet man eine Sprache für das, was sprachlos macht?

Schon mit den ersten Veröffentlichungen im Sturm nahmen junge Autoren Stramms Stil auf, darunter Kurt Heynicke, Walter Mehring und Kurt Schwitters. Auch auf die expressionistische Prosa von beispielsweise Alfred Döblin hatte Stramms Sprachduktus Einfluss. Zu späteren Stramm-Anhängern gehören u. a. Arno Schmidt, dessen frühe Prosa auch stilistisch von Stramms Lyrik beeinflusst ist, Gerhard Rühm, Ernst Jandl und der Stamm-Adept Thomas Kling.

„Kunst ist Gabe und nicht Wiedergabe.“

Anastassia Volkova

Stramms Stil war überraschend und neu. Durch seine Knappheit, Härte und die weit vorangetriebenen Sprachexperimente heben sich seine Gedichte deutlich von denen anderer, früher Expressionisten wie beispielsweise Georg Heym und Theodor Däubler ab. Während letztere meist noch deutlich von der Neuromantik und dem Symbolismus beeinflusst sind, reißen Stramms Sprachmontagen den Horizont in die Moderne auf. Die zerhackten Rhythmen, die Satz- und Wortfetzen machen Stramms Gedichte zudem zu den überzeugendsten lyrischen Zeugnissen des Weltkriegs, umso mehr, da es kaum einem anderen Autor gelungen ist, das Grauen dieses ersten Maschinenkriegs in einer dieser ganz neuen Erfahrung angemessenen Form zu verarbeiten.

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Poesie zählt zu den identitäts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur

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