Lange bevor sich das Format „True Crime“ etabliert hat, ereignete sich in der ehemaligen Kneipe „Zur alten Schmiede“ (heute „Zum Möhnetal“) ein Vorfall, der dieser Gaststätte den Namen Zur blutigen Axt eintrug.

Folgendes Geschehen lässt sich aus Erzählungen älterer Kneipenbesucher rekonstruieren. Der einstige Besitzer der „alten Schmiede“, Herr Kramer (von Beruf Schmied) kam als Kriegsversehrter aus dem 1. Weltkrieg und eröffnete diese Schankstube. Als er eines Abends die Kneipe zur Sperrstunde schloss, randalierten Gäste vor der Tür und dem Fenster. Einer seiner drei Kinder ging daraufhin mit einer Axt nach draußen vor die Tür und erschlug im Gerangel einen der Randalierer.
Blutige Axt, Revisited. Der Herausgeber zitiert aus einer Mitteilung der Polizei vom 12. April, 2016:
Montagabend gegen 19:00 Uhr kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen drei Männern an einer Brücke „An der Schlacht“. Dabei wurde ein Mann mit einer Axt schwer am Ohr verwundet, ein weiterer mit einem Messer im Rückenbereich. Die Sachverhaltsklärung vor Ort stellte sich sehr schwierig dar und steht noch nicht abschließend fest, da alle drei Männer erheblich unter Alkoholeinfluss standen. Nach Angaben des 44-jährigen Beschuldigten habe er mit seinem Fahrrad die Brücke überqueren wollen, als ihm die zwei Männer den Weg versperrt hätten und ihm sein Fahrrad wegnehmen wollten. Daraufhin habe er sich mit einem Messer gewehrt. Vermutlich wurde dabei der 56-jährige am Rücken verletzt. Eigene Angaben zum Hergang konnte der 56-Jährige nicht machen. Der 44-jährige Angegriffene gab noch an, dass sich alle drei unterhalten hätten, als der Beschuldigte plötzlich eine Axt aus seinem Rucksack geholt und ihm damit ins Gesicht geschlagen hätte. Er musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Der andere verletzte Mann konnte vor Ort ärztlich versorgt werden. Der Beschuldigte wurde mit zur Wache genommen und ins Gewahrsam gebracht.
Gerüchteweise wurde Quentin Tarantino in Neheim gesehen, weil er hier „Kill Bill: Vol. 3“ drehen will.
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Kill Bill, zusammengeklaut aus der Filmgeschichte, mit einem Quentchen Tarantino, 2003 – Eine spezielle Komplettfassung Kill Bill: The Whole Bloody Affair startet am 16. April 2026 in ausgewählten Städten mit exklusiven Aufführungen als analoge 70mm-Roadshow. Cliffhanger am Ende von Vol. 1 sowie die Rekapitulation zu Beginn von Vol. 2 wurden entfernt, um einen flüssigen Erzählfluss zu schaffen. Wie in der für Japan geschnittenen Fassung ist die „Crazy-88-Splatter-Sequenz“ in dieser Fassung erstmals vollständig in Farbe zu sehen. Auch hier spielt die blutige Axt eine Rolle.

Weiterführend→ Bemerkenswert sind radikalfeministische Ermächtigungsfantasien im Rape-Revenge, die sich vor dem Hintergrund hierarchischer Geschlechterverhältnisse entfalten. Zu nennen wären der Klassiker Lady Snowblood, aus dem Tarantino sich für Kill Bill ausgiebig bediente. Der psychischen und physischen Zerstörung weiblicher Opfer folgt in Rape-Revenge-Filmen die Auferstehung als Zwitterwesen, das sich beliebig zwischen den Geschlechtern bewegt, um die Rache zu vollziehen. Die Transformation des weiblichen Opfers zur Täterin wird in diesen Genre-Filmen durch eine Ausweitung der geschlechtlichen Uneindeutigkeit der Protagonistinnen inszeniert, welche die Protagonistinnen maskulinisiert und feminisiert/erotisiert. Somit verkörpern sie eine geschlechtliche Undifferenziertheit, der gegenüber sich Täter wie Zuschauer nicht positionieren können. Die Rache des Opfers besteht darin, dass es dem Täter seine männliche, privilegierte Identität nimmt und den Geschlechtsunterschied nivelliert.
→ Dem Begriff Trash haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer öffentlichen Institution. Der Essay Perlen des Trash stellt diese Reihe ausführlich vor. Erweiternd dazu ein Porträt von Eva Kurowski, der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat. 1989 erscheint das Debüt der singenden Herrentorte, Helge Schneiders allererste Schallplatte Seine größten Erfolge, produziert von Helge Schneider und Tom Täger im Tonstudio/Ruhr in „Bad“ Mülheim, einem Nebenarm des Gutenberggalaxis. Fehlen darf auch Christoph Schlingensief nicht, er bleibt der ungekrönte König des Trash. Luther Blissett beschreibt den Weg von Proust zu Pulp. Und auch am oberen Ruhrgebiet gilt der Satz von Barbi Marković: „Trash ist eine Art, das Leben auszuhalten“.