Vor 25 Jahren erschien Neheims Echte, ein Bildband von Christoph Meinschäfer, der inzwischen leider vergriffen ist.

Die Porträts von Christoph Meinschäfer zeigen die humane Beobachterperspektive auf skurrile, unterhaltsame und liebenswerte Menschen. Sein Ziel ist das fotografische Herausarbeiten des charakteristischen Wesens der Person. Für die Porträtierten stellte sich nicht die Frage, was sie von sich preisgeben möchten, weil sich Meinschäfer ihr Vertrauen erarbeitet hatte. Der Fotograf war ursprünglich Sozialpädagoge, daher legt er großen Wert darauf, dass seine Fotografie „Sinn macht“. Die Porträts gehen über bloße Abbildungen hinaus; sie fangen das Wesen der porträtierten Personen ein und erzählen deren individuelle Geschichten auf berührende Weise. Die Art und Weise, wie Meinschäfer die Menschen abbildet, ist von Respekt und Würde geprägt, was den Bildern eine besondere emotionale Tiefe verleiht. Die Qualität seiner Aufnahmen definiert sich den Übergang der beleuchteten Stellen zum Schattenbereich.
Während uns die Porträts von Meinschäfer an die Menschen erinnern, begreift der Herausgeber das Schreiben als Spurensicherung gegen das Vergessen. Sprache versucht das Unsagbare in Worte zu fassen und den Verlust eines Menschen erzählbar machen zu können. Für Meilchen und viele andere der von Meinschäfer Porträtierten gilt: sie fehlen!
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Neheims Echte, von Christoph Meinschäfer, Dasseldruck, 2000
Weiterführend → Lesen Sie auch den Nachruf und die Würdigung von Peter Meilchens Lebenswerk.