´Reichskristallnacht`

Der Begriff Novemberpogrome 1938 bezieht sich auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, die ursprünglich ´Reichskristallnacht` genannt wurde. Später wird vorwiegend der Ausdruck Reichspogromnacht verwendet.

Während der Novemberpogrome 1938 blieb die Synagoge in Neheim vor der vollständigen Zerstörung durch Feuer bewahrt, was sie von hunderten anderen jüdischen Gotteshäusern in Deutschland unterschied. Dass sie nicht „abgefackelt“ wurde, war kein Akt der Menschlichkeit, sondern eine rein pragmatische Entscheidung zum Schutz der umliegenden Nachbarschaft.

Der entscheidende Grund für das Ausbleiben einer Brandstiftung war die unmittelbare Nähe zu benachbarten Wohnhäusern und die dichte Bebauung in der Mendener Straße. Die Nationalsozialisten und die örtliche SA befürchteten, dass ein Feuer unkontrolliert auf die angrenzenden Gebäude übergreifen und somit „arisches“ Eigentum vernichten könnte.

Stattdessen konzentrierte sich der Mob auf die systematische Schändung und Plünderung des Innenraums. Das Inventar wurde zertrümmert, sakrale Gegenstände gestohlen oder zerstört und die Fenster eingeworfen. Das Gebäude selbst blieb jedoch baulich erhalten und wurde später zweckentfremdet, unter anderem als Lagerhalle.

Heute, am 27. Janiar 2026, ist die Synagoge ein wichtiges Mahnmal in Neheim. Nach einer umfassenden Restaurierung dient sie seit den 1980er Jahren als Begegnungsstätte und Ort des Gedenkens. Erinnerungsarbeit ist Arbeit, sie hört nie auf.

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Weiterführend Ein Rückblick auf die bisherigen Jahrestage.