Die ältesten Backsteine sind 7500 v. Chr. bei Jericho verbaut worden, die Technik des Brennens war bereits in der Jungsteinzeit bekannt.

Nicht nur Lesen und Schreiben sind bedeutende Kulturtechniken, auch der Bau eines Hauses mag dazugezählt werden. Aus Lehm gebrannte Ziegel mit einer klaren Kantenlänge haben dies vereinfacht, dem Bauen zudem eine schöne Klarheit hinzugefügt.
Der traditionelle Backstein ist ein länglicher Quader, dessen größte Kantenlänge etwas mehr als dem doppelten Maß der mittleren Kantenlänge entspricht. Die Differenz entspricht der Breite der vertikalen Fuge, der Stoßfuge. Unter Berücksichtigung der Fuge entspricht damit ein längs eingemauerter Ziegel, der Läufer, genau zwei quer eingemauerten Bindern. Die Notwendigkeit, Ziegel wegen ihrer Tragfähigkeit im Verband zu vermauern, bestimmt ihr Format. Zwischen der Bachsteingotik und den Kathedralen der Industriekultur sind Ziegel vielfältig verwendbar.
Nach dem Strukturwandel gehört es zu den erfreulichen Bewahrnissen, dass das ehemalige Verwaltungsgebäude der Fa. Brökelmann oder das Kaiserhaus als Industriedenkmal erhalten bleiben und einer neuen Bestimmung zugeführt worden sind.
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Adolf Loos gilt als einer der Wegbereiter der modernen Architektur. Seine bekanteste Schrift ist der Vortrag Ornament und Verbrechen (1910). Darin wird argumentiert, dass Funktionalität und Abwesenheit von Ornamenten im Sinne menschlicher Kraftersparnis ein Zeichen hoher Kulturentwicklung seien und dass der moderne Mensch wirkliche Kunst allein im Sinne der Bildenden Kunst erschaffen könne. Ornamentale Verzierungen oder andere besondere künstlerische Gestaltungsversuche an einem Gebrauchsgegenstand seien eine ebenso unangemessene wie überflüssige Arbeit.
Weiterführend → ein Essay über den Wegbereiter der Moderne in Architektur und Design.
→In 2003 stellte KUNO den Essay als Versuchsanordnung vor.
→In 2013 unternahm Constanze Schmidt Gedankenspaziergänge.
→In 2023 machte sich Holger Benkel gedanken über das denken.