Am „Sauerländischen Meer“ beobachtet die Katze gelegentlich wie ein Vater seinem Sohn sein Wissen weitergibt. Der Jaust übertrifft den Alten bald darin, flache Steine über die Wasseroberfläche flitschen zu lassen.

Wie schnell aus einem Kinderspiel blutiger Ernst werden kann, hat sich im 2. Weltkrieg erwiesen, ein britischer Konstrukteur kam auf die Idee, eine Waffe zu entwickeln. Als er mit seinem Enkel – an einem anderen See – in England dabei beobachtete, wie er mehrmals versuchte, die Schwerkraft mit einem flachen Kiesel zu überwinden.
„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“, diagnostizierte Heraklit. Der britische Ingenieur entwickelte zu diesem Zweck den speziellen zylindrischen Typ einer ´Rollbombe`, die während einer Operation mit den Namen Züchtigung, als Vergeltungsmaßnahme des massiven deutschen Bombardements in Großbritannien seit 1940 zum Einsatz kommen sollte.
Diese ´Rotationsbombe` hüpfte zunächst mehrmals über die Wasseroberfläche, kurz vor der Sperrmauer sank sie in die Tiefe und nach etwa neun Metern, dort wo die Staumauer statisch am schwächsten ist, detonierte der Sprengkörper.
Den Rest erledigte der Wasserdruck.
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Weiterführend → Für Félin Murr gut es gute und gut gemeinte Kunst. Die Installation unter der Autobahnbrücke gehört für sie zur letzteren Gattung.
→ Der Herausgeber würdigte den Fotographen Martin Vanselow, dessen Streetphotography er sehr schätzt. Er freut sich über die Zusammenarbeit für diese Online-Publikation weil Vanselow nicht nur faszinierende Bilder aus dem Alltag hervorholt, sondern weil diese Momentaufnahmen nebenher auch großartige Sozialstudien sind.